Es ist dunkel und das Gitter der Bank drückt mir in die Oberschenkel.
Der letzte Zug ist längst abgefahren. Jetzt liegen nur noch die leeren Gleise im fahlen Neonlicht. Es ist kalt geworden und die toten Blätter knistern im Wind, vorangetrieben, immer weiter, bis zur nächsten Wand.
Worte in Musik zu verhüllen ist einfacher als sie in die Nacht zu flüstern, doch manchmal wünsche ich mir, wir würden nur in diesem leisen, tonlosen Rauschen miteinander reden, denn wenn man flüstert, hören sich die Worte nur halb so hart an. Wenn man flüstert, kann man sich vorspielen, man habe etwas nicht gehört oder gesagt.
Vielleicht sitze ich hier, um dir nachzusehen. Die Hand auf halbe Höhe angehoben, zum Winken bereit, und doch stockt die Bewegung. Sie sieht nicht aus als wäre sie meine, ein Winken, das nicht meins ist.
Ich mag keine Abschiede – wie oft ich das in meinem Leben schon gesagt habe. Würde mir für jeden Abschied in meinem Leben eine Feder wachsen, so wäre ich schon längst fähig zum Flug. Aber es reicht noch nicht.
Wie lange bleibt man irgendwo sitzen, nur um etwas festzuhalten? Ein Gefühl, einen Blick, ein Wort. Innendrin ist alles verankert, eingebrannt, manchmal für einen Tag und manchmal für ein ganzes Leben.
Und trotzdem sitze ich hier und beobachte die nächste Feder, die aus meiner Haut sprießt, während du zu einem Schatten am Horizont wirst.
Ein Schatten im Schwarz der Nacht.

“Wenn man flüstert, kann man sich vorspielen, man habe etwas nicht gehört oder gesagt.” ein satz, der noch lange bei mir nachhallt. ein text, der sich um meine seele schmiegt wie ein warmer schal, auch wenn die traurigkeit überwiegt, doch die kann manchmal wunderschön sein, wie hier bei dir.