Wir atmen still und leise, damit der andere nicht mitkriegt, dass wir da sind.
Ein Versteckspiel mit sich selbst.
Verstand und Gefühl kämpfen gegeneinander und doch wissen wir, wer am Ende siegen wird. Du bist da anders als ich. Und so sollte es sein.
Eingekeilt zwischen ehemaligem Chef und Freundin sitze ich in der verrauchten Kneipe und lausche dem Konzert im hinteren Teil. Liebe auf der einen, Geringschätzung auf der anderen Seite. Inmitten der Schulterblätter: ich.
Der alte Mann neben mir verzieht die Mundwinkel und betrachtet abschätzend die Karten in seiner Hand. Er scheint sich seines Sieges sicher, doch am Ende steht er als Verlierer da.
So ist das Leben.
Gleichgültig steige ich von meinem Hocker und schleiche zur Theke.
Heute ist kein Tag für Bier, heute möchte ich wach sein und deshalb bestelle ich einen Kaffee, schwarz und bitter. In kleinen Schlucken würge ich ihn runter und ziehe hin und wieder an einer Zigarette, die zwischen meinen faltigen Fingern klebt.
Manchmal wünschte ich, ich wäre schön und kratze abwesend an meinem Handgelenk.
Ich weiß nicht, wie das Wetter ist, aber draußen schlägt mir eine Kälte entgegen, die die Haut klamm werden lässt. Ausdünstungen verlieren sich, gefrieren und lassen die frostigen Wimpern abbrechen. Das Klimpern ist Geschichte.
Und wenn ich dort ankomme, in der Wohnung, die ich mein Zuhause nenne, dann weiß ich, dass es eine Lüge ist.
Zuhause bin ich noch lange nicht.
Und vielleicht bin ich es niemals gewesen.
