Ich sehne mich zurück zu den Tagen, als es noch einfach war, eine Hand zu ergreifen, ohne vor Beklommenheit mein Herz schlagen zu hören.
Manchmal, wenn ich an einer Straßenecke stecke, vernehme ich den Geruch von etwas, das irgendwann mal da war. Wie aus dem Nichts hüllt er mich auf vertraute Weise ein, verwirrt mich für einen kurzen Moment, bevor er schließlich wieder dorthin verschwindet, wo er herkam. Einen Wimpernschlag später ist es, als wäre er nie dagewesen.
Ich zweifle an meinem Verstand und suche ihn in meinen Kleidern, durchwühle mein Gedächtnis, doch die Spur ist längst verwischt, übertüncht durch die Abgase der vorbeifahrenden Autos.
Ein Kind an der Hand seiner Mutter schaut mich neugierig an. Ein wenig verstohlen schielt es aus den Augenwinkeln zu mir rüber, nicht ohne den Ausdruck leichter Schüchternheit.
Wie in einem Spiegel, flüstere ich nachdenklich und lächle es an.
Es scheint, als wüsste es nicht recht, was es davon zu halten habe, neigt den Kopf prüfend zur Seite und lächelt schließlich zurück. Eine Sekunde, vielleicht auch zwei vergehen, bis die Mutter, den Blick des Kindes nicht bemerkend, eben dieses über die Straße zieht. Abwesend mit einem Schal, der auf halb acht hängt, stolpert es hinterher.
Manchmal bin ich wie du, murmle ich und schlage fröstelnd den Kragen meiner Jacke hoch.
