Monfiwi hat mir einen Fragebogen zugeworfen. Hier meine Antworten, wenn auch etwas verspätet:
Hätten Sie sich gern in doppelter Ausführung?
Lieber nicht. Es sei denn, ich könnte mit meinem zweiten Ich all das ausleben, was ich mich mit meinem derzeitigen nicht traue. Doch das wäre dann im Grunde nur ein Sicherheitsnetz für meine Unfähigkeit mich zu entscheiden, ohne dabei zu denken, dass ein anderer Weg vielleicht doch spannender/besser/sinnvoller sein könnte. Ich befürchte, das nähme meinem Leben die (gesunde An-)Spannung.
Sind Sie lieber mit Männern oder mit Frauen zusammen?
Sowohl als auch – ich mag emotionale und geistige Bereicherung. Einseitige Kontakte beschränken den Horizont – das gilt in meinen Augen auch für Geschlechtertrennung im Freundes- und Bekanntenkreis. Allerdings gibt es durchaus Themen, die ich lieber mit Frauen als mit Männern bespreche und andersrum.
Was treibt Männer an?
Das Streben nach beruflichem und sozialem Erfolg, geistige und emotionale Anerkennung und sexuelle Triebe.
Was treibt Frauen an?
Siehe oben, hinzu kommt das Bedürfnis hin und wieder ein wenig leiden zu können.
Was würden Sie unternehmen, wenn Sie Ihr/e Lieblingskünstler/in einen Abend für sich hätten?
In einer Bar sitzen und reden, schauen ob die Chemie stimmt und den glorifizierenden Zauber etwas beiseite rücken (lassen), um dem wahren Zauber dieser Begegnung Platz zu schaffen.
Welche drei Begriffe bringen Ihre politische Einstellung auf den Punkt?
(Meinungs-)Freiheit, Frieden, Empathie.
Lesen Sie in Zeitungen lieber den Sport- oder den Kulturteil zuerst?
Den Kulturteil, weil echtes Interesse besteht, den Sportteil nur zum Überfliegen, aber ich gebe ihn auch gerne direkt weiter.
Gibt es ein Jahr, das Sie gern wiedererleben möchten?
Nein. Die vergangenen Jahre haben mich erst zu dem gemacht, was ich nun bin. Würde ich ein Jahr noch mal erleben, überkäme mich wahrscheinlich der Drang, negative Dinge anders zu machen und das würde das Ergebnis verfälschen und mein Leben in ganz andere Bahnen lenken.
Die schönen Momente möchte ich so behalten, wie ich sie jetzt im Herzen trage und nicht die Möglichkeit bekommen, sie noch mal mit anderen, vielleicht im Nachhinein nüchterneren Augen zu sehen.
Wann kommt ihr wahres Ich zum Vorschein – wenn Sie ein Abendkleid tragen – oder Jeans?
In Jeans. Ich mag das Schlichte. Einen schönen Menschen kann nichts entstellen, ebenso wenig wird ein hässlicher Mensch schön, wenn er etwas Atemberaubendes am Körper trägt. Kleidung dient als Unterstreichung, nicht als Maske, obwohl es mich hin und wieder auch reizt, in andere Rollen zu schlüpfen.
Auf welches Körperteil schauen Sie bei anderen als Erstes?
Ins Gesicht, besonders auf den Mund.
Wie weit würden Sie gehen, um in den Besitz eines begehrenswerten Paars Schuhe zu kommen?
Ich befürchte nicht sehr weit, da ich mir aus Schuhen nicht allzu viel mache. Ich besitze nicht viele Paare, doch die, die ich besitze, gehören irgendwann zu mir wie eine zweite Haut, der erste Blick kann da schon mal täuschen, auch wenn ich natürlich Vorlieben habe.
Würden Sie Rot mit Rosa kombinieren?
Farben trage ich hauptsächlich als Accessoires und dann ist es möglichst derselbe Farbton, der an verschiedenen Stellen aufgegriffen wird. Demnach also nicht, nein.
In welchem Moment war Ihnen zum letzten Mal bewusst, dass Sie ein Glückspilz sind?
Vor ca. zwei bis drei Monaten, als sich in meinem Leben etwas gedreht hat, von dem ich zuvor dachte, dass es offensichtlich nicht mehr kommen wird. Aber unverhofft kommt oft und manchmal kann das auch glücklich machen.
Warum arbeiten Sie?
Um persönliche Grenzen zu überwinden, des Geldes wegen und um neue Tore öffnen zu können.
Was kann Geld Ihnen geben?
Unbeschwertheit, Unabhängigkeit und Luxus.
Ihr erster Tag in einer aufregenden neuen Stadt: Laufen Sie mit oder ohne Plan?
Ohne Plan und ohne Ziel. Oft sind die kleinen Details, die einem beim (langsamen) Laufen auffallen, von Bedeutung, da die Feinheiten entscheiden, ob ich mich wohl fühle und es sich lohnt, hinter die Fassade zu schauen (was eigentlich immer der Fall ist).
Ekeln Sie sich vor Tauben?
Nein. Warum auch?
Besuchen Sie gern historische Plätze?
Nicht immer mit Absicht und Elan, jedoch interessieren mich durchaus die Geister der Vergangenheit.

